„Europa reden wir drüber“ Landesvorsitzender Paneuropa Union NRW bei FDP-Kirchlengern

Die FDP Kirchlengern konnte zur Diskussionsveranstaltung den Landesvorsitzenden der Paneuropa-Union NRW, Karl-Alexander Mandl, begrüßen. Die Paneuropa-Union ist die älteste europäische Einigungsbewegung. Sie wurde 1923 vom Graf Coudenhove-Calergi, dem ersten Karlspreisträger, gegründet. Auch während der Zeit des eisernen Vorhanges hat sich die Paneuropabewegung für die Einigung aller ost- und westeuropäischen Staaten eingesetzt. Da Mandl österreichischer Staatsbürger ist, wurde zuerst über die aktuelle politische Situation in Österreich gesprochen. „Mit Strache trifft es sicherlich den Richtigen, wobei der Stil in Frage zu stellen ist.“ so Mandl.

Sascha Beier, Karl Alexander Mandl (Landesvorsitzender Paneuropa-Union NRW), Ralf Feldkord, Wolfgang Smid, Günther Bergmann, Georg Blöbaum, Kurt Peitzmeier, Burkhard Weigang (von links nach rechts).

Als nächstes wurde die Situation in Ungarn und Polen mit Sorge betrachtet. Die Ungarn und Polen waren positiv gegenüber Europa eingestellt, wurden dann aber über die Zeit hinweg nicht vernünftig mitgenommen, was zu einer Distanzierung geführt habe. Das größere Europa kann nicht mehr über deutsch-französische Hinterzimmergespräche gesteuert werden. Deshalb hat sich die Paneuropa-Union in ihrer aktuellen Ausrichtung dem besseren demokratischen Zusammenwachsen von ost- und westeuropäischen Staaten verschrieben.

Gestört würde die Einigung Europas immer wieder durch eine russische Gefährdung. Putin unterstütze jeden, der gegen das vereinigte Europa ist . Mandl schloss sich der Forderung Manfred Webers, des Kandidaten der Konservativen für das Amt des Kommissionspräsidenten, an NORD STREAM 2 nicht zu bauen, um den Bezug russischen Erdgases nicht an den Ländern Mittel- und Osteuropas vorbei zu managen. Ein weiterer Punkt in der aktuellen Ausrichtung der Paneuropa-Union sei dabei die Schaffung einer europäischen Energieunion.

Als nächstes wurde über europäische Wirtschaftspolitik diskutiert . Nur ein vereinigtes, starkes Europa sei den neuen wirtschaftlichen Anforderungen gewachsen und Deutschland profitiere als Exportnation auch vom schwachen Euro. Die Target-2 Salden der einzelnen Landesbanken wurden natürlich angesprochen, wobei Mandl fordert, durch eine gemeinsame, starke europäische Zentralbank diese aufzulösen. „Die Target-2 Salden sind zunächst reine Buchungen. Wenn Länder wie Italien etc. kippen, werden sie für Deutschland zum Problem.“ Natürlich wurde auch über die weltweite Wirtschaftspolitik diskutiert. Trump sei unberechenbar, China ein brutaler Staatskapitalismus. China fahre eine sehr geschickte High-Tech-Strategie 2025, die Zeit der „verlängerten Werkbank ist vorbei“. „Selbst Deutschland mit seinen 82 Millionen Einwohner ist ein sehr kleines Land im Gegensatz zu China, das allein 162 Millionenstädte hat“, so Pressesprecher Sascha Beier. Im Vergleich stehe Deutschland zu China wie Bielefeld zu Berlin. Bielefeld müsse in diesem Gedankenspiel Kooperationspartner suchen wie Deutschland dies als Mitglied der Europäischen Union getan hat. Europa heißt aber auch einen Teil Souveränität abzugeben. Dies wurde am Beispiel von einstimmigen Abstimmungen verdeutlicht. Hier muss eine Mehrheitsentscheidung die Regel sein, wie auch von der FDP gefordert. Das bedeutet sicher so manches Mal eine Kröte schlucken zu müssen, aber es verhindert eben auch Blockaden durch einzelne Länder. Am Ende dieses interessanten Abends stand für alle fest: Am kommenden Sonntag gehen wir wählen.



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