Trendwende bei der Denkmalförderung

Landtag beschließt Kurswechsel in der Denkmalförderung

„Denkmäler sind die sichtbaren Wurzeln von Heimat.“ Mit diesen Worten eröffnete der Abgeordnete Stephen Paul am 14. September seine Rede im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Er bekundete, dass er sich für eine finanzielle Denkmalförderung einsetzen werde. In seiner langjährigen Tätigkeit beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe habe er das bisher getan und setze dies nun auch im Landtag von Nordrhein-Westfalen fort.

Stephen Paul, Sprecher für Bauen, Wohnen und Stadtentwicklung, führte in seiner Rede bekannte Denkmäler seiner Heimat Ostwestfalen-Lippe an, wie das Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der westfälischen Pforte, das Schloss Brake im lippischen Lemgo oder das Wittekind-Denkmal und der Bismarckturm in seiner Heimatstadt Herford. Diese Beispiele in der Region spiegeln nur einen kleinen Teil der Denkmäler wider. Vor allem seien es die Bürgerhäuser in den Altstädten, die Bauernhöfe oder die Windmühlen. „Und im Herzen unserer Stadtkerne und Dörfer die Kirchen, steinerne Zeugen der Frömmigkeit und des Glaubens unserer Ahnen“, sagte Stephen Paul. Sie seien Belege für das handwerkliche Können vergangener Generationen von Handwerkern. „Diese wertvollen Bauwerke zu erhalten, ist eine Verpflichtung vor unserer Geschichte und eine Wertschätzung unserer Baukultur“, bekräftigte er.

Die Freien Demokraten wollen daher, dass „unsere Heimat erhalten bleibt und nicht verfällt“, weil die Gelder fehlten. Stephen Paul wies darauf hin, dass die Streichung der Zuschüsse für die Denkmalpflege durch die abgewählte rot-grüne Mehrheit zeige, wie wenig sie für das kulturelle Erbe des Landes im Landeshaushalt übrige gehabt habe. Besonders für Vereine, Verbände, Kirchengemeinden, aber vor allem Privatleuten, sei eine Instandhaltung denkmalgeschützter Gebäude finanziell oft nicht möglich. So forderte Stephen Paul, ebenfalls Sprecher für Religion und Kirchen, es brauche mehr als ein Darlehn, um Kirchen instand zu halten. „Wir brauchen eine echte Förderung aus Landesmitteln.“

In den vergangenen zwölf Jahren hat sich Stephen Paul als Vorsitzender der FDP-FW-Fraktion im Landschaftsverband Westfalen-Lippe häufig mit dem Thema Denkmalpflege auseinandergesetzt. Erst Anfang dieses Jahres hatte er sich beim LWL-Direktor Matthias Löb zur aktuellen Lage erkundigt, der die Umstellung der Förderung auf Darlehnsbasis in Zeiten niedriger Zinsen grundsätzlich als wenig attraktiv ansieht. Sie biete kaum Anreize für Investitionsmöglichkeiten. Eine derartige Förderung sei sowohl für Eigentümer als auch für Vereine, die sich ehrenamtlich um Erhaltung, insbesondere von unrentablen Baudenkmälern kümmern, uninteressant und helfe nicht weiter.

Die Freien Demokraten beschließen zusammen mit den Christdemokraten, dass es bereits im Haushalt des nächsten Jahres wieder Zuschüsse für Investitionen in den Denkmalschutz geben wird. „Heute ist ein großer Tag für das kulturelle Erbe und unsere Stadt“, betonte Stephen Paul MdL.



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