Konsequenzen aus der Massenschlägerei in der Herforder Steinstraße ziehen

Michael Schönbeck und Stephen Paul MdL in der Steinstraße. Hier hat es am Freitag, den 24. Mai, erneut eine in aller Öffentlichkeit ausgetragene gewalttätige Auseinandersetzung gegeben.

Nach der jüngsten Massenschlägerei in der Steinstraße wollen Christdemokraten und Freie Demokraten „nicht einfach zur Tagesordnung übergehen“, wie die Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Michael Schönbeck (CDU) und Stephen Paul, betonen. „Wir sind wiederholt von Bürgerinnen und Bürgern auf die Vorfälle angesprochen worden.“

Beide bitten jetzt um einen ausführlichen Bericht im zuständigen Polizeibeirat des Kreises. Vom Landrat als Leiter der Kreispolizeibehörde wollen CDU und FDP wissen, ob es sich um einen Konflikt zwischen rivalisierenden Großfamilien handelt, wie dies viele Bürgerinnen und Bürger in Herford vermuten. Außerdem wollen beide Fraktionen darüber sprechen, was gegen „Clankriminalität“ vor Ort getan werden kann. Die Landesregierung fahre zu Recht einen klaren „Null Toleranz“-Kurs gegen kriminelle Machenschaften von aus dem Ausland stammenden Großfamilien.

„Wir sind uns parteiübergreifend einig, dass gegen solche öffentlichen Auseinandersetzungen auf unseren Straßen in Herford oder gar organisierte Kriminalität entschieden vorgegangen werden muss“, sagen Michael Schönbeck und Stephen Paul. Lautstarke verbale oder gar körperliche Gewalt im öffentlichen Raum erfordere sofortiges Einschreiten. „Wir sind unseren heimischen Polizistinnen und Polizisten für Ihre gute und wichtige Arbeit sehr dankbar.“

Die wiederholten Ausschreitungen in der oberen Steinstraße seien auch ein Hinweis darauf, dass hier das soziale Gefüge nicht mehr stimme, erklärt Stephen Paul, der sich als Herforder Abgeordneter im Landtag fachlich um Fragen der Quartiers- und Stadtentwicklung kümmert. Mit der ISG Radewig und dem Verein inHERFORD gebe es engagierte Initiativen, die in der Radewig bereits vieles zum Positiven bewegen.

Den Herausforderungen rund ums Steintor müsse aber die Stadtverwaltung mit einem Konzept und durch gezieltes Handeln begegnen. Im Zusammenwirken von Ordnungsamt, Wirtschaftsförderung, Stadtplanung, Wohnungswirtschaft und Hauseigentümern könne der Niedergang gestoppt werden und das Viertel am Steintor neu aufblühen. Die Steinstraße habe durch den Ausbau der Straße „Auf der Freiheit“ in den 1970er Jahren ihre Bedeutung als Hauptverkehrsverbindung verloren und kämpfe bis heute an den langfristigen Folgen. Durch weitere Fehlentscheidungen in den vergangenen Jahrzehnten habe die Gegend am Steintor auch Verluste in ihrer baulichen Substanz erlitten.

Stephen Paul: „Wenn Herford eine attraktive Stadt zum Wohnen bleiben soll und die schönste Innenstadt der Region haben will, darf kein Viertel und keine Straße der Verwahrlosung preisgegeben werden.“



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