Sportjugend will den Kindern Gehör verschaffen

Kinder und Jugendliche brauchen Freiräume und mehr Bewegung. Darüber sprach Anja Gerke von der Sportjugend beim Kreistreffen der Freien Demokraten mit unter anderem (von links) Carsten Wollny (Kreissportausschuss), Stephen Paul (Kreistag), Chris Dimitrakopoulos (Kreisschulausschuss) und Günther Klempnauer (Stadtrat).

Kinder und Jugendliche brauchen Freiräume und mehr Bewegung. Darüber sprach Anja Gerke von der Sportjugend beim Kreistreffen der Freien Demokraten mit unter anderem (von links) Carsten Wollny (Kreissportausschuss), Stephen Paul (Kreistag), Chris Dimitrakopoulos (Kreisschulausschuss) und Günther Klempnauer (Stadtrat).

Kreis Herford. Beim jüngsten Kreistreffen der Freien Demokraten im Hiddenhausener Hotel „Freihof“ sprach Anja Gerke über Ihre Arbeit bei der Sportjugend im Kreissportbund Herford.

Die Diplom-Sozialpädagogin ist bereits seit 1992 in Herford tätig und betreut rund 23.400 Kinder in den Sportvereinen des Kreises. Neben Aus- und Weiterbildungen, beispielsweise für Sporthelfer, vermittelt die Herforder Sportjugend zwischen Schulen und Vereinen, um Kinder und Jugendliche schon früh mit Sport und Bewegung in Berührung zu bringen. Aufgrund der mittlerweile vielfältigen Angebote, fehle es hierbei nicht an Möglichkeiten, so Gerke.

Sport beschränke sich nicht mehr nur auf die klassischen Disziplinen und entwickle einen immer höheren Freizeitcharakter. Für Leistungssport reiche oft aber die Zeit nicht mehr aus. Gerke forderte daher, dass der Kinder- und Jugendsport trotz durchgetakteter Stundenpläne bis in den Nachmittag hinein und Hausaufgaben bis in die Abendstunden seinen Stellenwert unbedingt behalten müsse.

Die Kooperation zwischen Schulen und Sportvereinen soll den Anstoß für eine frühe und dauerhafte Bindung an den Sport geben. Aktionen und Arbeitsgruppen am Nachmittag, betreut durch Übungsleiter aus den Vereinen sind ein Teil des Konzepts. Die Hilfe durch ehrenamtliche Engagements ist dabei eine unverzichtbare Stütze.

Durch wachsende Anforderungen in der Schule fällt es den meisten Mädchen und Jungen schwer, sich auf eine Sportart zu konzentrieren“, erkennt die Fachfrau für Kinder- und Jugendarbeit im Sport. Umso wichtiger sind die Projekte zur Förderung des Sportgeistes. So bietet die Sportjugend bereits Kurse für Übungsleiter an, die sich auf die Bewegungserziehung im Kleinkind- und Vorschulalter konzentrieren. Nicht nur Sport in Hallen oder auf dem Feld wird gefördert. Bewegung in der freien Natur wird „leider immer weniger und erhält von uns darum eine besondere Aufmerksamkeit“, betont Gerke.

Der anerkannte Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe beschäftigt sich jedoch auch mit durchaus ernsten Themen, wie sexualisierter Gewalt im Sport. Für Gerke und ihr Team steht auch in diesem sensiblen Bereich im Vordergrund, die „Stimme der Kinder zu hören“. Eine Kontrolle der Übungsleiter durch die Vorlage von Dokumenten, wie einem Führungszeugnis, sei dagegen nicht förderlich. Vielmehr sollen die Jugendlichen einen Ansprechpartner haben, mit dem sie über das oft unterschätzte Problem sprechen können.

Ein Gehör haben für die Kinder, dies zieht sich wie ein roter Faden durch die Arbeit der Sportjugend. Bei der „Freiräumer-Tour 2015“ will die Sportjugend auf Landesebene von Eltern, Lehrern und nicht zuletzt der Politik gehört werden. Eine Aktion am 25. Juni auf dem neuen Markt in Herford soll dazu animieren den Kindern und Jugendlichen mehr Freiraum in Sport und Freizeit zu geben. Die Tour soll auch den Dialog zwischen Kindern und Politikern anregen und stärken.



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